Do, 5.2., 20:30
Jim Jarmusch
Night on Earth
Fünf nächtliche Taxifahrten, fünf Städte, fünf Mikrokosmen: Los Angeles erzählt von Arbeitsträumen und verpassten Chancen, New York bietet eine angespannte Fahrt voller Konfrontationen, Paris verwebt Missverständnisse und Zärtlichkeit, Rom serviert theatralische Überredungskunst, Helsinki endet ruhig mit Verlust und Stille. Formal setzt Jarmusch auf lokal gefärbte Dialoge, knappe Figurenzeichnung und präzise getimte Momente. Kleine Gesten, Verschiebungen von Höflichkeit und Macht und wiederkehre
Fr, 6.2., 20:00
Jim Jarmusch
Only Lovers Left Alive
Adam und Eve, zwei Vampire, leben zwischen Detroit und Tanger, umgeben von (Pop-) Kultur und Melancholie. Blut wird wie ein rares Elixier konsumiert, während die Welt verfällt. Jarmusch zeigt sie als kultivierte Außenseiter, deren Gespräche über Kunst und Geschichte Liebeserklärung und Klage zugleich sind. Dunkle Räume und hypnotischer Soundtrack prägen die Atmosphäre. Der Film ist weniger Horror als poetische Meditation über Zeit, Kultur und Liebe.
(Otto Römisch)
Sa, 7.2., 20:45
Jim Jarmusch
Down by Law
Drei Gefangene – ein Pimp, ein Radio-DJ und ein italienischer Tourist – entwickeln trotz Missverständnisse eine fragile Gemeinschaft und Solidarität. Langsame Einstellungen, präzise Bildführung und skurrile Dialoge verwandeln Flucht und Stillstand in eine poetische Choreografie. Ein frühes Ensemblewerk aus Musikszene, Planet Indie und europäischem Kino, das Jarmuschs kollaborativen Stil und seine Vorliebe für Außenseiterfiguren schärfte.
(Otto Römisch)
So, 8.2., 20:00
Jim Jarmusch
Mystery Train
Drei Geschichten in Memphis: in Clubs, Motels und auf Straßen begegnen einander Tourist:innen, Einheimische und Musikfans. Schnitt und Klang ordnen das Geschehen rhythmisch. Statt einer klassischen Auflösung bleiben Bilder, Songs und Begegnungen als prägnante Eindrücke zurück. Der Film setzt Musik, in dieser popkulturell so relevanten Stadt, als narrativen Motor ein und wurde damals für seine dichte, sinnliche Collage gefeiert.
(Otto Römisch)
Mo, 9.2., 18:30
Jim Jarmusch
Stranger Than Paradise
Willie, Freund Eddie und Cousine Eva bewegen sich zwischen New York, Cleveland und Florida. In langen Einstellungen und mit lakonischem Humor werden banale Alltagsmomente in eine Studie von Entfremdung, Freundschaft und Leere verwandelt. Dialogökonomie und karge Bildausschnitte lassen kleinste Gesten denkwürdig und beachtenswert erscheinen. Jarmuschs Film war sein internationaler Durchbruch und prägte das amerikanische Independent-Kino nachhaltig.
(Otto Römisch)
Mo, 9.2., 20:30
Jim Jarmusch
Broken Flowers
Graue Haare hat er inzwischen, der einstige Frauenschwarm Don, der zu Beginn einen anonymen Brief auf rosa Papier erhält und erfährt, dass er einen Sohn hat. Eigentlich bewegt ihn diese Nachricht kaum, erst sein Nachbar bringt ihn dazu, sich auf die Reise zu den vier noch lebenden Ex-Freundinnen und potenziellen Müttern zu machen … Ein bittersüßer Road-Trip in warmen Farben, in dem Bill Murray einmal mehr den Meister des Understatements gibt.
(Florian Widegger)
Di, 10.2., 18:45
Jim Jarmusch
Coffee and Cigarettes
In schwarz-weißen Episoden sitzen Größen aus Musik und Film bei Kaffee und Zigaretten zusammen. Gespräche über Ruhm, Rauchtechnik oder banale Details werden zu Studien über Nähe, Kommunikation und Stille. Jarmusch nutzt strenge Bildkomposition und wiederkehrende Requisiten, um ein ritualisiertes Setting zu schaffen, in dem Humor und Melancholie ineinanderfließen. Der Film ist mehr Mosaik aus Begegnungen als klassische Handlung.
(Otto Römisch)
Di, 10.2., 20:45
Jim Jarmusch
The Limits of Control
Ein namenloser Auftragskiller zieht durch Spanien, scheinbar ohne Ziel und nach enigmatischen Abläufen: Espresso trinken, Streichholzschachteln austauschen, schweigend warten. Die Handlung löst sich in Wiederholung und Variation auf. Begegnungen wirken wie Rätsel, deren Bedeutung sich nie ganz erschließt. Jarmusch inszeniert die Reise als meditative Choreografie. Die Kamera verweilt auf Architektur, Landschaften und Körperhaltungen, während die Dialoge zwischen Lakonie und poetischer Abstraktion
Mi, 11.2., 18:00
Jim Jarmusch
Gimme Danger
Die Geschichte der Stooges um Iggy Pop: Aufstieg, Zerfall und spätere Reunion werden durch Archivaufnahmen, Interviews und Animationen lebendig. Jarmusch zeigt die rohe Energie der frühen Auftritte, die Selbstzerstörung und zugleich die nachhaltige Wirkung auf Punk und Subkultur. Iggy erscheint als charismatischer Erzähler, ironisch und reflektiert. Der Film ist Hommage und energiegeladene Erinnerung an eine Band, die Musikgeschichte schrieb.
(Otto Römisch)
Mi, 11.2., 20:45
Jim Jarmusch
Paterson
Busfahrer Paterson lebt Tag für Tag nach dem gleichen, unspektakulären Rhythmus: Er chauffiert Fahrgäste, betätigt sich heimlich als Dichter, besucht seine Stammkneipe, geht mit seiner Bulldogge Marvin Gassi und verbringt Zeit mit seiner Ehefrau. Gerade die Routine seiner Lebensgeschichte offenbart auf erstaunlich kraftvolle Weise, dass es die alltäglichen Dinge und Umgebungen sind, die über eine wunderbare Poesie verfügen können.
(Krissi Höch)
Mi 11.2.: Mit einer Einführung von Otto Römisch
Do, 12.2., 18:30
Jim Jarmusch
The Dead Don't Die
In Centerville führt »Polar Fracking« zu einer Zombie-Apokalypse: Uhren bleiben stehen, Tiere verschwinden, die Toten steigen aus ihren Gräbern. Die örtliche Polizei kämpft gemeinsam mit der Schwert schwingenden Bestatterin gegen Untote mit fixen und ziemlich banalen Obsessionen. Iggy Pop, Sara Driver und andere Jarmusch- Wegbegleiter:innen tauchen als Zombies auf, Tom Waits als Einsiedler. Das Ende der Welt als absurde, selbstironische Komödie.
(Otto Römisch)
Do, 12.2., 20:00
Jim Jarmusch
Year of the Horse
Konzerte, Backstage-Momente und Super-8-Fragmente formen ein assoziatives Porträt von Neil Young and Crazy Horse auf Tour. Jarmusch verzichtet auf eine chronologische Erzählweise und arbeitet stattdessen mit einem rhythmischen, montageartigen Aufbau. Dröhnende Live-Sequenzen treffen auf nüchterne Bus-Gespräche. Bild und Ton schaffen unmittelbare Nähe zur Bandpraxis und loten das Verhältnis von Mythos, Arbeit und kollektiver Energie in der Live-Musik aus.
(Otto Römisch)
Fr, 13.2., 20:15
Jim Jarmusch
Dead Man
William Blake (nicht der Dichter!) wird auf dem Weg in eine Arbeitssiedlung angeschossen und driftet in die Gesetzlosigkeit des späten 19. Jahrhunderts. Verwundet und desorientiert trifft er auf Nobody, einen stillen, witzig-scharfsinnigen indigenen Begleiter, der Blakes Schicksal als mythische Erzählung deutet und ihn durch eine Reihe von Prüfungen führt. Schwarz-Weiß, sparsame Dialoge und wiederkehrende Bildmotive (Blut, Rauch, Industrie-Relikte) – Jarmusch badet förmlich im Genre und erfindet
Sa, 14.2., 20:45
Jim Jarmusch
Only Lovers Left Alive
Adam und Eve, zwei Vampire, leben zwischen Detroit und Tanger, umgeben von (Pop-) Kultur und Melancholie. Blut wird wie ein rares Elixier konsumiert, während die Welt verfällt. Jarmusch zeigt sie als kultivierte Außenseiter, deren Gespräche über Kunst und Geschichte Liebeserklärung und Klage zugleich sind. Dunkle Räume und hypnotischer Soundtrack prägen die Atmosphäre. Der Film ist weniger Horror als poetische Meditation über Zeit, Kultur und Liebe.
(Otto Römisch)
So, 15.2., 21:00
Jim Jarmusch
Mystery Train
Drei Geschichten in Memphis: in Clubs, Motels und auf Straßen begegnen einander Tourist:innen, Einheimische und Musikfans. Schnitt und Klang ordnen das Geschehen rhythmisch. Statt einer klassischen Auflösung bleiben Bilder, Songs und Begegnungen als prägnante Eindrücke zurück. Der Film setzt Musik, in dieser popkulturell so relevanten Stadt, als narrativen Motor ein und wurde damals für seine dichte, sinnliche Collage gefeiert.
(Otto Römisch)
Mo, 16.2., 18:00
Jim Jarmusch
Paterson
Busfahrer Paterson lebt Tag für Tag nach dem gleichen, unspektakulären Rhythmus: Er chauffiert Fahrgäste, betätigt sich heimlich als Dichter, besucht seine Stammkneipe, geht mit seiner Bulldogge Marvin Gassi und verbringt Zeit mit seiner Ehefrau. Gerade die Routine seiner Lebensgeschichte offenbart auf erstaunlich kraftvolle Weise, dass es die alltäglichen Dinge und Umgebungen sind, die über eine wunderbare Poesie verfügen können.
(Krissi Höch)
Mi 11.2.: Mit einer Einführung von Otto Römisch
Mo, 16.2., 21:00
Jim Jarmusch
Night on Earth
Fünf nächtliche Taxifahrten, fünf Städte, fünf Mikrokosmen: Los Angeles erzählt von Arbeitsträumen und verpassten Chancen, New York bietet eine angespannte Fahrt voller Konfrontationen, Paris verwebt Missverständnisse und Zärtlichkeit, Rom serviert theatralische Überredungskunst, Helsinki endet ruhig mit Verlust und Stille. Formal setzt Jarmusch auf lokal gefärbte Dialoge, knappe Figurenzeichnung und präzise getimte Momente. Kleine Gesten, Verschiebungen von Höflichkeit und Macht und wiederkehre
Di, 17.2., 18:30
Jim Jarmusch
Stranger Than Paradise
Willie, Freund Eddie und Cousine Eva bewegen sich zwischen New York, Cleveland und Florida. In langen Einstellungen und mit lakonischem Humor werden banale Alltagsmomente in eine Studie von Entfremdung, Freundschaft und Leere verwandelt. Dialogökonomie und karge Bildausschnitte lassen kleinste Gesten denkwürdig und beachtenswert erscheinen. Jarmuschs Film war sein internationaler Durchbruch und prägte das amerikanische Independent-Kino nachhaltig.
(Otto Römisch)
Di, 17.2., 20:30
Jim Jarmusch
Down by Law
Drei Gefangene – ein Pimp, ein Radio-DJ und ein italienischer Tourist – entwickeln trotz Missverständnisse eine fragile Gemeinschaft und Solidarität. Langsame Einstellungen, präzise Bildführung und skurrile Dialoge verwandeln Flucht und Stillstand in eine poetische Choreografie. Ein frühes Ensemblewerk aus Musikszene, Planet Indie und europäischem Kino, das Jarmuschs kollaborativen Stil und seine Vorliebe für Außenseiterfiguren schärfte.
(Otto Römisch)
Mi, 18.2., 20:30
Jim Jarmusch
Gimme Danger
Die Geschichte der Stooges um Iggy Pop: Aufstieg, Zerfall und spätere Reunion werden durch Archivaufnahmen, Interviews und Animationen lebendig. Jarmusch zeigt die rohe Energie der frühen Auftritte, die Selbstzerstörung und zugleich die nachhaltige Wirkung auf Punk und Subkultur. Iggy erscheint als charismatischer Erzähler, ironisch und reflektiert. Der Film ist Hommage und energiegeladene Erinnerung an eine Band, die Musikgeschichte schrieb.
(Otto Römisch)
Do, 19.2., 17:45
Jim Jarmusch
The Dead Don't Die
In Centerville führt »Polar Fracking« zu einer Zombie-Apokalypse: Uhren bleiben stehen, Tiere verschwinden, die Toten steigen aus ihren Gräbern. Die örtliche Polizei kämpft gemeinsam mit der Schwert schwingenden Bestatterin gegen Untote mit fixen und ziemlich banalen Obsessionen. Iggy Pop, Sara Driver und andere Jarmusch- Wegbegleiter:innen tauchen als Zombies auf, Tom Waits als Einsiedler. Das Ende der Welt als absurde, selbstironische Komödie.
(Otto Römisch)
Do, 19.2., 20:30
Jim Jarmusch
The Limits of Control
Ein namenloser Auftragskiller zieht durch Spanien, scheinbar ohne Ziel und nach enigmatischen Abläufen: Espresso trinken, Streichholzschachteln austauschen, schweigend warten. Die Handlung löst sich in Wiederholung und Variation auf. Begegnungen wirken wie Rätsel, deren Bedeutung sich nie ganz erschließt. Jarmusch inszeniert die Reise als meditative Choreografie. Die Kamera verweilt auf Architektur, Landschaften und Körperhaltungen, während die Dialoge zwischen Lakonie und poetischer Abstraktion
Fr, 20.2., 18:30
Jim Jarmusch
Coffee and Cigarettes
In schwarz-weißen Episoden sitzen Größen aus Musik und Film bei Kaffee und Zigaretten zusammen. Gespräche über Ruhm, Rauchtechnik oder banale Details werden zu Studien über Nähe, Kommunikation und Stille. Jarmusch nutzt strenge Bildkomposition und wiederkehrende Requisiten, um ein ritualisiertes Setting zu schaffen, in dem Humor und Melancholie ineinanderfließen. Der Film ist mehr Mosaik aus Begegnungen als klassische Handlung.
(Otto Römisch)
Fr, 20.2., 20:30
Jim Jarmusch
Ghost Dog: The Way of the Samurai
Ein moderner Samurai arbeitet als Auftragskiller und strukturiert sein Leben durch Rituale: Taubenpflege, Studium alter Texte, penible Einsatzvorbereitung. Als seine Loyalität gebrochen wird, folgt Vergeltung und soziale Isolation. Jarmusch nutzt Tauben, Swing und handschriftliche Notizen als moralische Marker. Gewalt ist stilisiert und ironisiert. Trockener Witz, rituelle Strenge und die Frage nach der Überlebensfähigkeit archaischer Ehre in der modernen Stadt.
(Otto Römisch)
Sa, 21.2., 18:30
Jim Jarmusch
Stranger Than Paradise
Willie, Freund Eddie und Cousine Eva bewegen sich zwischen New York, Cleveland und Florida. In langen Einstellungen und mit lakonischem Humor werden banale Alltagsmomente in eine Studie von Entfremdung, Freundschaft und Leere verwandelt. Dialogökonomie und karge Bildausschnitte lassen kleinste Gesten denkwürdig und beachtenswert erscheinen. Jarmuschs Film war sein internationaler Durchbruch und prägte das amerikanische Independent-Kino nachhaltig.
(Otto Römisch)
Sa, 21.2., 20:45
Jim Jarmusch
Dead Man
William Blake (nicht der Dichter!) wird auf dem Weg in eine Arbeitssiedlung angeschossen und driftet in die Gesetzlosigkeit des späten 19. Jahrhunderts. Verwundet und desorientiert trifft er auf Nobody, einen stillen, witzig-scharfsinnigen indigenen Begleiter, der Blakes Schicksal als mythische Erzählung deutet und ihn durch eine Reihe von Prüfungen führt. Schwarz-Weiß, sparsame Dialoge und wiederkehrende Bildmotive (Blut, Rauch, Industrie-Relikte) – Jarmusch badet förmlich im Genre und erfindet
So, 22.2., 19:45
Jim Jarmusch
Night on Earth
Fünf nächtliche Taxifahrten, fünf Städte, fünf Mikrokosmen: Los Angeles erzählt von Arbeitsträumen und verpassten Chancen, New York bietet eine angespannte Fahrt voller Konfrontationen, Paris verwebt Missverständnisse und Zärtlichkeit, Rom serviert theatralische Überredungskunst, Helsinki endet ruhig mit Verlust und Stille. Formal setzt Jarmusch auf lokal gefärbte Dialoge, knappe Figurenzeichnung und präzise getimte Momente. Kleine Gesten, Verschiebungen von Höflichkeit und Macht und wiederkehre
Mo, 23.2., 18:30
Jim Jarmusch
Permanent Vacation
Allie driftet ziellos durch Stadtrandlandschaften, dunkle Straßen, leere Cafés und flackernde Neoninseln. Flüchtige Begegnungen, Sprachfetzen und Detailbeobachtungen formen ein Porträt der Entwurzelung. Stimmung und Rhythmus stehen im Vordergrund, sodass Wegstrecke, Wetter und Geräuschraum mehr erzählen als ein konventioneller Plot. Jarmuschs noch raues Debüt zeigt seine frühe Neigung zu Außenseiterfiguren und experimenteller Form.
(Otto Römisch)
Mo, 23.2., 20:30
Jim Jarmusch
Broken Flowers
Graue Haare hat er inzwischen, der einstige Frauenschwarm Don, der zu Beginn einen anonymen Brief auf rosa Papier erhält und erfährt, dass er einen Sohn hat. Eigentlich bewegt ihn diese Nachricht kaum, erst sein Nachbar bringt ihn dazu, sich auf die Reise zu den vier noch lebenden Ex-Freundinnen und potenziellen Müttern zu machen … Ein bittersüßer Road-Trip in warmen Farben, in dem Bill Murray einmal mehr den Meister des Understatements gibt.
(Florian Widegger)
Di, 24.2., 18:45
Jim Jarmusch
Gimme Danger
Die Geschichte der Stooges um Iggy Pop: Aufstieg, Zerfall und spätere Reunion werden durch Archivaufnahmen, Interviews und Animationen lebendig. Jarmusch zeigt die rohe Energie der frühen Auftritte, die Selbstzerstörung und zugleich die nachhaltige Wirkung auf Punk und Subkultur. Iggy erscheint als charismatischer Erzähler, ironisch und reflektiert. Der Film ist Hommage und energiegeladene Erinnerung an eine Band, die Musikgeschichte schrieb.
(Otto Römisch)
Di, 24.2., 20:30
Jim Jarmusch
Only Lovers Left Alive
Adam und Eve, zwei Vampire, leben zwischen Detroit und Tanger, umgeben von (Pop-) Kultur und Melancholie. Blut wird wie ein rares Elixier konsumiert, während die Welt verfällt. Jarmusch zeigt sie als kultivierte Außenseiter, deren Gespräche über Kunst und Geschichte Liebeserklärung und Klage zugleich sind. Dunkle Räume und hypnotischer Soundtrack prägen die Atmosphäre. Der Film ist weniger Horror als poetische Meditation über Zeit, Kultur und Liebe.
(Otto Römisch)
Mi, 25.2., 20:00
Jim Jarmusch
Paterson
Busfahrer Paterson lebt Tag für Tag nach dem gleichen, unspektakulären Rhythmus: Er chauffiert Fahrgäste, betätigt sich heimlich als Dichter, besucht seine Stammkneipe, geht mit seiner Bulldogge Marvin Gassi und verbringt Zeit mit seiner Ehefrau. Gerade die Routine seiner Lebensgeschichte offenbart auf erstaunlich kraftvolle Weise, dass es die alltäglichen Dinge und Umgebungen sind, die über eine wunderbare Poesie verfügen können.
(Krissi Höch)
Mi 11.2.: Mit einer Einführung von Otto Römisch
Do, 26.2., 20:00
Jim Jarmusch
The Dead Don't Die
In Centerville führt »Polar Fracking« zu einer Zombie-Apokalypse: Uhren bleiben stehen, Tiere verschwinden, die Toten steigen aus ihren Gräbern. Die örtliche Polizei kämpft gemeinsam mit der Schwert schwingenden Bestatterin gegen Untote mit fixen und ziemlich banalen Obsessionen. Iggy Pop, Sara Driver und andere Jarmusch- Wegbegleiter:innen tauchen als Zombies auf, Tom Waits als Einsiedler. Das Ende der Welt als absurde, selbstironische Komödie.
(Otto Römisch)
Sa, 28.2., 17:30
Jim Jarmusch
Down by Law
Drei Gefangene – ein Pimp, ein Radio-DJ und ein italienischer Tourist – entwickeln trotz Missverständnisse eine fragile Gemeinschaft und Solidarität. Langsame Einstellungen, präzise Bildführung und skurrile Dialoge verwandeln Flucht und Stillstand in eine poetische Choreografie. Ein frühes Ensemblewerk aus Musikszene, Planet Indie und europäischem Kino, das Jarmuschs kollaborativen Stil und seine Vorliebe für Außenseiterfiguren schärfte.
(Otto Römisch)
Mo, 2.3., 18:30
Jim Jarmusch
Coffee and Cigarettes
In schwarz-weißen Episoden sitzen Größen aus Musik und Film bei Kaffee und Zigaretten zusammen. Gespräche über Ruhm, Rauchtechnik oder banale Details werden zu Studien über Nähe, Kommunikation und Stille. Jarmusch nutzt strenge Bildkomposition und wiederkehrende Requisiten, um ein ritualisiertes Setting zu schaffen, in dem Humor und Melancholie ineinanderfließen. Der Film ist mehr Mosaik aus Begegnungen als klassische Handlung.
(Otto Römisch)
Mo, 2.3., 20:30
Jim Jarmusch
Year of the Horse
Konzerte, Backstage-Momente und Super-8-Fragmente formen ein assoziatives Porträt von Neil Young and Crazy Horse auf Tour. Jarmusch verzichtet auf eine chronologische Erzählweise und arbeitet stattdessen mit einem rhythmischen, montageartigen Aufbau. Dröhnende Live-Sequenzen treffen auf nüchterne Bus-Gespräche. Bild und Ton schaffen unmittelbare Nähe zur Bandpraxis und loten das Verhältnis von Mythos, Arbeit und kollektiver Energie in der Live-Musik aus.
(Otto Römisch)
Di, 3.3., 18:30
Jim Jarmusch
Broken Flowers
Graue Haare hat er inzwischen, der einstige Frauenschwarm Don, der zu Beginn einen anonymen Brief auf rosa Papier erhält und erfährt, dass er einen Sohn hat. Eigentlich bewegt ihn diese Nachricht kaum, erst sein Nachbar bringt ihn dazu, sich auf die Reise zu den vier noch lebenden Ex-Freundinnen und potenziellen Müttern zu machen … Ein bittersüßer Road-Trip in warmen Farben, in dem Bill Murray einmal mehr den Meister des Understatements gibt.
(Florian Widegger)
Di, 3.3., 20:45
Jim Jarmusch
Ghost Dog: The Way of the Samurai
Ein moderner Samurai arbeitet als Auftragskiller und strukturiert sein Leben durch Rituale: Taubenpflege, Studium alter Texte, penible Einsatzvorbereitung. Als seine Loyalität gebrochen wird, folgt Vergeltung und soziale Isolation. Jarmusch nutzt Tauben, Swing und handschriftliche Notizen als moralische Marker. Gewalt ist stilisiert und ironisiert. Trockener Witz, rituelle Strenge und die Frage nach der Überlebensfähigkeit archaischer Ehre in der modernen Stadt.
(Otto Römisch)
Mi, 4.3., 18:30
Jim Jarmusch
Permanent Vacation
Allie driftet ziellos durch Stadtrandlandschaften, dunkle Straßen, leere Cafés und flackernde Neoninseln. Flüchtige Begegnungen, Sprachfetzen und Detailbeobachtungen formen ein Porträt der Entwurzelung. Stimmung und Rhythmus stehen im Vordergrund, sodass Wegstrecke, Wetter und Geräuschraum mehr erzählen als ein konventioneller Plot. Jarmuschs noch raues Debüt zeigt seine frühe Neigung zu Außenseiterfiguren und experimenteller Form.
(Otto Römisch)
Mi, 4.3., 20:30
Jim Jarmusch
Dead Man
William Blake (nicht der Dichter!) wird auf dem Weg in eine Arbeitssiedlung angeschossen und driftet in die Gesetzlosigkeit des späten 19. Jahrhunderts. Verwundet und desorientiert trifft er auf Nobody, einen stillen, witzig-scharfsinnigen indigenen Begleiter, der Blakes Schicksal als mythische Erzählung deutet und ihn durch eine Reihe von Prüfungen führt. Schwarz-Weiß, sparsame Dialoge und wiederkehrende Bildmotive (Blut, Rauch, Industrie-Relikte) – Jarmusch badet förmlich im Genre und erfindet