William Blake (nicht der Dichter!) wird auf dem Weg in eine Arbeitssiedlung angeschossen und driftet in die Gesetzlosigkeit des späten 19. Jahrhunderts. Verwundet und desorientiert trifft er auf Nobody, einen stillen, witzig-scharfsinnigen indigenen Begleiter, der Blakes Schicksal als mythische Erzählung deutet und ihn durch eine Reihe von Prüfungen führt. Schwarz-Weiß, sparsame Dialoge und wiederkehrende Bildmotive (Blut, Rauch, Industrie-Relikte) – Jarmusch badet förmlich im Genre und erfindet es dabei doch neu. Neil Youngs Soundtrack klingt rituell kommentierend. Tonal wechseln lakonischer, schwarzer Humor und eine ernsthafte, bedrohliche Stimmung. Die Reise bleibt zugleich physische Flucht und symbolische Passage, in der Fragen nach Schuld, Sprache und Identität verhandelt werden.
(Otto Römisch)
Fr 13.2.: Mit einer Einführung von Otto Römisch