Eine Trennung am frühen Morgen, ein zielloses Umherirren durch Roms neue Stadtlandschaften – und eine Liebe, die kaum Gestalt annehmen kann, bevor sie schon wieder versickert: Frisch getrennt beginnt Vittoria eine Affäre mit dem jungen Broker Piero, der aber keine echten Gefühle zeigen kann. Doch wer ist dazu schon in der Lage, in Antonionis Welt aus Beton und Börsenkursen? Wie in seinen beiden vorherigen Filmen mit Monica Vitti beschreibt er das Scheitern, das Verschwinden und das, was vielleicht zurückbleibt. Berühmt sind die letzten Minuten des Films: Orte ohne Figuren, Zeit ohne Ereignis – die Entfremdung ist da, im Zeitalter des Kapitals, wo Worte und Blicke einander nicht mehr erreichen. 1962 als modern gefeiert, ist er es heute immer noch – man möchte hinzufügen: mehr denn je.
(Florian Widegger)