WATTSTAX ist weit mehr als ein Konzertfilm – er ist eine zeitgeschichtliche Momentaufnahme: 1972, sieben Jahre nach den Unruhen von Watts, versammelt das gleichnamige Festival in Los Angeles Stars des Stax-Labels – Isaac Hayes, The Staple Singers, Rufus Thomas, Carla Thomas – und ein überwiegend schwarzes Publikum, das hier nicht nur Musik feiert, sondern kollektives Selbstbewusstsein. Mel Stuart verschränkt die mitreißenden Auftritte mit Straßeninterviews, Stand-up-Passagen von Richard Pryor und Beobachtungen aus dem Alltag der Community. Soul, Funk und Gospel werden zu Trägern politischer Erfahrung, Humor zu einer Überlebensstrategie. WATTSTAX zeigt Pop als soziale Praxis: stolz, wütend, sinnlich – und mit Blick auf die USA 2026 erschreckend gegenwärtig.
(Florian Widegger)