Ein Taxi mit einem ungewöhnlichen Chauffeur fährt durch die Straßen Teherans. Es ist Jafar Panahi selbst, der am Steuer sitzt und dabei die Kamera mitlaufen lässt. Er kutschiert unter anderem einen Fan, der aktuelle Hollywoodfilme als Raubkopien vertickt,zwei alte Frauen mit einem Goldfisch oder seine Nichte, die für die Schule ein Filmprojekt realisieren soll. Mit seinen Gästen ergeben sich Gespräche über Strafe, Moral, Kunst – und, spätestens wenn auch die Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh zusteigt, über das Überleben im Mullah-Regime. Die Form macht TAXI leichtfüßiger als die Vorgängerfilme, aber keineswegs harmloser. Hinter der (scheinbaren) Improvisation legt der Film gesellschaftliche Bruchlinien frei. Kino, das im Vorbeifahren entsteht – und umso beharrlicher hängen bleibt.
(Florian Widegger)