Mit SHAHED entwirft Nader Saeivar – gemeinsam mit Jafar Panahi als Koautor und Editor – ein unnachgiebiges Porträt weiblichen Widerstands. Drei Generationen von Frauen begegnen einander in einem hellen Raum, während junge Tänzerinnen auftreten. Doch dieses fragile Gleichgewicht zerbricht, als Tarlan, Lehrerin und Aktivistin, Zeugin tödlicher häuslicher Gewalt wird. Ihr unbeirrbares Streben nach Gerechtigkeit stößt auf ein repressives System, das Macht schützt und Wahrheit erstickt. In klaustrophobischen, selbst tagsüber düsteren Bildern entfaltet sich ein politisch aufgeladener Thriller, der persönliche Trauer und strukturelle Gewalt verbindet. Dass am Ende erneut getanzt wird, leise und trotzig, ist kein naiver Trost, sondern ein entschlossener Blick nach vorn.
(Florian Widegger)