Die 1960er-Jahre sind eine Ära des Aufbruchs, der sich 1968 in voller Radikalität auch im Experimentalfilm zeigt, v. a. in Scheugls Film-Aktionen, zentrale Beispiele des Expanded Cinema. ZZZ: HAMBURG SPECIAL (1968) gehört zu den radikalsten und auch minimalistischsten Arbeiten dieser Gattung: ein Ready-made, eine gekaufte Zwirnsspule, die der Käufer durch den Filmprojektor laufen lässt, auf dass sie auf der Leinwand in Bewegung versetzt wird. Konzeptuell genauso ausgefuchst die Fahrt durch die SCHUMANNGASSE von Anfang bis Ende, die nicht länger dauern darf, als die 16-mm-Rolle in der Kamera es zulässt.
(Dietmar Schwärzler)
»Um die Durchleuchtung der komplexen Verhältnisse von Real- und Filmzeit geht es Scheugl. Während er in WIEN 17, SCHUMANNGASSE scheinbar kunstlos die ungeschnittene Vorwärtsbewegung aufzeichnet, stellt der hochmusikalische Montagefilm HERNALS das Kino als synthetische, gleichsam kubistische Kunst aus, in der Zeit und Raum verdoppelt, gedehnt und zerhackt werden.«
(Stefan Grissemann, 2015)
Von Beginn an dringen in Scheugls Filmarbeit Elemente des Genrekinos bzw. filmhistorische Referenzen durch: bei MILIZ IN DER FRÜH die Nouvelle Vague, bei HERNALS der Gangsterfilm, bei SAFETY FILM der Western; in THE CREATION OF MAN das Drama von Jekyll and Hyde, SUGAR DADDIES ist Laurel und Hardy gewidmet. Zuletzt ein Coup im ORF: Scheugls Manifest gegen das kunstfeindliche Österreich.
(Dietmar Schwärzler)
In Anwesenheit von Hans Scheugl