Retrospektiven
 

HEIMATFILM

VON GRÜNEN TÄLERN, VERLORENEN SÖHNEN UND LETZTEN ZUFLUCHTEN

6.9.– 3.10.2018

DO 6.9.: Eröffnung mit dem Film HOW GREEN WAS MY VALLEY und einer Einführung von Brigitte Mayr und Michael Omasta

Ein Wort – viele Bedeutungen. Ein Ort irgendwo zwischen »No Resting Place« und »Where I Belong«. Die von Brigitte Mayr und Michael Omasta kuratierte Retrospektive lotet das Spektrum aus, in dem sich der Begriff »Heimat« abseits der üblichen Punzierung bewegt, erzählt in 19 Programmen von Zugehörigkeit, Identität, Entfremdung, Exil, von Lebensweisen und Lebensreisen, vom verlorenen und erhofften Paradies, und von den oft endlosen Weiten dazwischen.


HEIMATFILM

Retrospektive von 6. September bis 3. Oktober 2018

KURATOR_INNEN

Brigitte Mayr und Michael Omasta

TICKETRESERVIERUNG

reservierung@filmarchiv.at
+43 1 512 18 03 (täglich 15:00-21:00)

SPIELORT

METRO Kinokulturhaus
Johannesgasse 4, 1010 Wien
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Es kann der Ort sein, wo man geboren ist, oder der, wo frau voller Sehnsucht wieder hin will, wenn frau meint, dass es zu Ende geht. Es kann, im schlimmsten Fall, die letzte Zuflucht sein oder, im besten, das Tor zum Himmel, wenn man versucht, sich irgendwo niederzulassen, wo man und frau zu Hause sein möchten. Man kann den Sohn verlieren an Sie, so wie Sie selbst alles verlieren kann, was das Land an Ressourcen und Bodenschätzen, die Menschen an Gemeinschaftsgefühl und kultureller Identität bieten. Ohne Sie wird man schnell zum Outsider, zum Emigranten, zum obdachlosen Wanderarbeiter, zum ausgestoßenen Weibsteufel. Im Einklang mit Ihr bewährt man sich als einsamer Jäger und kann – von findigen Dorfbewohnern bekehrt – sogar zum Local Hero aufsteigen. In Ihrer Mitte steht ein Generationen übergreifender Holzschuhbaum, aber die italienische Pächterfamilie muss sich genauso vor dem Gutsherren fürchten, der meint, alles gehöre ihm allein, wie der Mann, der im amerikanischen Süden um seine Baumwollernte bangt, während sich die Besitzerin einer Plantage im bürgerkriegsgebeutelten Afrika um den Erhalt ihres Kaffeebohnenanbaus sorgt. Der, der indianisches Blut in sich trägt, versucht Sie zu verleugnen, wie jene zurückgezogen Lebenden inständig hoffen, dass das Fremde, Unheimliche nicht ihre intakte Dorfgemeinschaft ruiniert. Ihre Täler werden geflutet oder stehen im saftigen Grün, bis der Raubbau an der Landschaft beginnt. Den einen, 1933 vertrieben, ereilt Ihr Ruf, den er freudig annimmt, ein anderer will sich Ihrem Ruf so schnell wie möglich entziehen und das triste schottische Bergarbeiterstädtchen hinter sich lassen.

 

Auf der Lebenslinie gibt es zwei Variablen: »No Resting Place« auf der einen, »Where I Belong« auf der anderen Seite. Irgendwo dazwischen liegt Sie – die Heimat. (Brigitte Mayr, Michael Omasta)

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»Wer nie fortkommt, kommt nie heim.«