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Retrospektive
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers

Es scheint auf den ersten Blick recht simpel: Ohne Kamera kein Film. Sie ist der Apparat, durch den wir Menschen, Räume und Zeit im Kino wahrnehmen können. In Verbindung mit Licht, Bewegung und Bildkomposition lenkt sie unseren Blick, stellt Bedeutung her und formt die Geschichten auf der Leinwand.

Vor 50 Jahren schließen sich Österreichs Kameraleute zusammen, um dieser Arbeit eine gemeinsame Stimme zu geben. Ihr Verband, die Austrian Association of Cinematographers (kurz AAC) ist der erste Berufsverband der heimischen Filmbranche und leistet einen entscheidenden Beitrag zu ihrer Professionalisierung. In einer Zeit, in der Filmschaffende ohne Kollektivvertrag und soziale Absicherung arbeiten, setzt sich die AAC für faire Arbeitsbedingungen, verbindliche Standards und den Austausch innerhalb eines Berufsstandes ein, der bis dahin vor allem vom Prinzip »Jeder für sich« geprägt war. Diese Solidarisierung führt nicht nur zu besseren Produktionsbedingungen, sondern auch – und ganz besonders – zu einem neuen Selbstverständnis des österreichischen Films.

Dieses Jubiläum nehmen wir zum Anlass zu zeigen, wie unterschiedlich Kameraleute Wirklichkeit sichtbar machen können: als präzise Beobachtung, emotionale Verdichtung oder poetische Übersetzung von Erinnerung und Geschichte. Die Kamera registriert niemals bloß, sondern sie entdeckt und eröffnet Perspektiven. Oft zeigt sie gerade das, was sich unserem unmittelbaren Blick entzieht – und macht so das Nicht-Sichtbare sichtbar.
(Florian Widegger)

Das Programm entstand in enger Zusammenarbeit mit dem AAC. Die Kameraleute zu allen Filmen werden zu Publikumsgesprächen anwesend sein.

Mo, 14. Sep. - Di, 6. Okt.
Mo, 14.9., 19:30
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Was Bilder erzählen
Was vermag eine Kamera sichtbar zu machen? Zunächst sind das Gesichter, Orte und Ereignisse – Konkretes eben. Die drei Kurzfilme, die wir zum Auftakt dieser Retrospektive präsentieren, zeigen, dass es noch mehr gibt: WHITE BOX sucht in den Hinterlassenschaften einer Verstorbenen nach den Spuren eines gelebten Lebens. DIE UNSICHTBARE GRENZE macht jene Gewalt erfahrbar, die sich hinter einem scheinbar bürokratischen Akt verbirgt. Und ALLES WIRD GUT offenbart die bedrohliche Dynamik hinter der Fass
Di, 15.9., 18:00
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Evolution auf B
Karl Schiske zählt zu den prägenden Gestalten der österreichischen Musik nach 1945 – nicht nur als Komponist, sondern auch als Lehrer einer ganzen Generation von Musiker:innen. EVOLUTION AUF B verbindet Erinnerungen seiner Schüler:innen mit einer Annäherung an Schiskes Werk, zeichnet ein lebendiges Bild der österreichischen Szene für Neue Musik und macht Lust darauf, vertraute Hörgewohnheiten zu hinterfragen. (Florian Widegger) Anschließend Gespräch mit Benjamin Epp
Mi, 16.9., 20:15
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Burri i Shtëpisë MAN OF THE HOUSE
Einer alten albanischen Tradition folgend, lebt Fran als »Schwurjungfrau« wie ein Mann. Nach einem Todesfall in der Familie sieht sie sich aber gezwungen, sich mit ihren weiblichen Seiten auseinanderzusetzen, konkret mit den Muttergefühlen gegenüber ihrer pubertierenden Nichte … Vor dem Hintergrund einer patriarchal geprägten Gesellschaft erzählt das Drama von den Brüchen zwischen gesellschaftlicher Rolle und persönlichem Empfinden. (Florian Widegger) Sa 26.9.: Anschließend Gespräch mit Astrid
Sa, 19.9., 20:30
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Hana, dul, sed ...
Wenn sich vier ehemalige Fußballerinnen des nordkoreanischen Nationalteams wiedertreffen und durch die Boulevards von Pjöngjang schlendern, schwelgen sie nicht nur in Erinnerungen an ihre Erfolge … In einem Land, dessen Bilder fast ausschließlich von staatlicher Propaganda geprägt sind, öffnet dieses ungewöhnliche Porträt den Blick auf das, was hinter der Inszenierung liegt. (Florian Widegger) Sa 19.9.: Anschließend Gespräch mit Judith Benedikt
So, 20.9., 20:15
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Workingman's Death
Von ukrainischen Kohleminen über indonesische Schwefelvulkane bis zu den Abwrackwerften Pakistans: WORKINGMAN’S DEATH folgt jenen, die unter lebensgefährlichen Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienen und findet dabei wuchtige Bilder, die inmitten des Elends stets auch Würde, Solidarität und Menschlichkeit sichtbar machen. Ein ebenso erschütterndes wie gewaltiges Dokument der globalisierten Arbeitswelt. (Florian Widegger) Fr 2.10.: Anschließend Gespräch mit Wolfgang Thaler
Di, 22.9., 20:30
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Das letzte Bild
Wie lebt man mit dem Wissen, dass die Welt um einen herum langsam verschwindet? DAS LETZTE BILD begleitet Menschen, die ihr Augenlicht verloren haben. Zwischen Erinnerungen an Gesehenes, Hoffnungen und Ängsten, geben sie die Suche nach Glück in ihrem Leben trotzdem nicht auf. In unserem Programm über die Kunst des Bildermachens erinnert der Film daran, dass die stärksten Bilder manchmal die nicht sichtbaren sind. (Florian Widegger) Di 22.9.: Anschließend Gespräch mit Klemens Koscher
Do, 24.9., 17:45
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Quo Vadis, Aida?
Srebrenica, Juli 1995. Dolmetscherin Aida ist ständig in Bewegung und vermittelt zwischen Armee, Blauhelmen und einer wachsenden Anzahl an Flüchtenden: ein immer aussichtsloser scheinender Kampf für ihre Landsleute – und ihre eigene Familie … Eine mutige Protagonistin, umgeben von feigen Männern, bildet das Herz des Films, einer kafkaesken Tour de Force durch die Institutionenhölle – und macht in vielerlei Hinsicht sprach- und atemlos! (Florian Widegger) Mo 28.9.: Anschließend Gespräch mit Chri
Fr, 25.9., 17:45
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Moos auf den Steinen
Ein Schloss im Marchfeld: Über ihre unterschiedlichen Lebensstandpunkte verstricken sich der Literat Petrik und der geschäftstüchtige Mehlmann in Diskussionen über den Status quo in Österreich. Lhotsky nimmt Anleihen von Resnais, Fellini und Antonioni, macht daraus aber ein Kunstwerk sui generis und findet stets (sinn-)bildliche Entsprechungen. »Spielt’s Wirklichkeit, Kinder!« – die Aufforderung am Schluss ist durchaus als Wunsch nach mehr Realismus im Kino selbst gemeint. (Florian Widegger) Mo
Fr, 25.9., 20:00
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte
Deutschland am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Eichwald ist ein kleines, protestantisches Dorf im Norden. Hier kennt jeder jeden und jeder seinen Platz. Es herrscht ein respektvoller, aber distanzierter Umgang – bis eines Tages der Doktor bei einem Reitunfall verletzt wird. Bald erschüttern weitere rätselhafte Vorfälle die Dorfgemeinschaft. Hinter Frömmigkeit und Gehorsam eröffnet sich ein Geflecht aus Demütigungen und Angst. Das weiße Band, das den Kindern als Mahnung und Zeichen moralischer Re
Sa, 26.9., 20:15
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Burri i Shtëpisë MAN OF THE HOUSE
Einer alten albanischen Tradition folgend, lebt Fran als »Schwurjungfrau« wie ein Mann. Nach einem Todesfall in der Familie sieht sie sich aber gezwungen, sich mit ihren weiblichen Seiten auseinanderzusetzen, konkret mit den Muttergefühlen gegenüber ihrer pubertierenden Nichte … Vor dem Hintergrund einer patriarchal geprägten Gesellschaft erzählt das Drama von den Brüchen zwischen gesellschaftlicher Rolle und persönlichem Empfinden. (Florian Widegger) Sa 26.9.: Anschließend Gespräch mit Astrid
So, 27.9., 20:45
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Hana, dul, sed ...
Wenn sich vier ehemalige Fußballerinnen des nordkoreanischen Nationalteams wiedertreffen und durch die Boulevards von Pjöngjang schlendern, schwelgen sie nicht nur in Erinnerungen an ihre Erfolge … In einem Land, dessen Bilder fast ausschließlich von staatlicher Propaganda geprägt sind, öffnet dieses ungewöhnliche Porträt den Blick auf das, was hinter der Inszenierung liegt. (Florian Widegger) Sa 19.9.: Anschließend Gespräch mit Judith Benedikt
Mo, 28.9., 18:30
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Quo Vadis, Aida?
Srebrenica, Juli 1995. Dolmetscherin Aida ist ständig in Bewegung und vermittelt zwischen Armee, Blauhelmen und einer wachsenden Anzahl an Flüchtenden: ein immer aussichtsloser scheinender Kampf für ihre Landsleute – und ihre eigene Familie … Eine mutige Protagonistin, umgeben von feigen Männern, bildet das Herz des Films, einer kafkaesken Tour de Force durch die Institutionenhölle – und macht in vielerlei Hinsicht sprach- und atemlos! (Florian Widegger) Mo 28.9.: Anschließend Gespräch mit Chri
Do, 1.10., 18:45
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Das letzte Bild
Wie lebt man mit dem Wissen, dass die Welt um einen herum langsam verschwindet? DAS LETZTE BILD begleitet Menschen, die ihr Augenlicht verloren haben. Zwischen Erinnerungen an Gesehenes, Hoffnungen und Ängsten, geben sie die Suche nach Glück in ihrem Leben trotzdem nicht auf. In unserem Programm über die Kunst des Bildermachens erinnert der Film daran, dass die stärksten Bilder manchmal die nicht sichtbaren sind. (Florian Widegger) Di 22.9.: Anschließend Gespräch mit Klemens Koscher
Fr, 2.10., 19:30
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Workingman's Death
Von ukrainischen Kohleminen über indonesische Schwefelvulkane bis zu den Abwrackwerften Pakistans: WORKINGMAN’S DEATH folgt jenen, die unter lebensgefährlichen Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienen und findet dabei wuchtige Bilder, die inmitten des Elends stets auch Würde, Solidarität und Menschlichkeit sichtbar machen. Ein ebenso erschütterndes wie gewaltiges Dokument der globalisierten Arbeitswelt. (Florian Widegger) Fr 2.10.: Anschließend Gespräch mit Wolfgang Thaler
So, 4.10., 20:00
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Richtung Zukunft durch die Nacht
»Die Liebe ist Sieger, rege ist sie bei Leid.« Sie treffen sich zum ersten Mal in einer Bar: Der arbeitslose Vorspeisenkoch Nick und die – je nach Gemütszustand – mal mehr, mal weniger asynchrone Filmstudentin Anna. Nach einer gemeinsamen Nacht und den ersten Schmetterlingen im Bauch ist rasch alles anders und Anna verlässt ihn. Doch zu Ende ist der Film damit nicht, denn plötzlich beginnt die Zeit für alle außer Nick rückwärts zu laufen. Und irgendwann wird er Anna wieder in einer Bar treffen …
Mo, 5.10., 17:45
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Moos auf den Steinen
Ein Schloss im Marchfeld: Über ihre unterschiedlichen Lebensstandpunkte verstricken sich der Literat Petrik und der geschäftstüchtige Mehlmann in Diskussionen über den Status quo in Österreich. Lhotsky nimmt Anleihen von Resnais, Fellini und Antonioni, macht daraus aber ein Kunstwerk sui generis und findet stets (sinn-)bildliche Entsprechungen. »Spielt’s Wirklichkeit, Kinder!« – die Aufforderung am Schluss ist durchaus als Wunsch nach mehr Realismus im Kino selbst gemeint. (Florian Widegger) Mo
Mo, 5.10., 20:00
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte
Deutschland am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Eichwald ist ein kleines, protestantisches Dorf im Norden. Hier kennt jeder jeden und jeder seinen Platz. Es herrscht ein respektvoller, aber distanzierter Umgang – bis eines Tages der Doktor bei einem Reitunfall verletzt wird. Bald erschüttern weitere rätselhafte Vorfälle die Dorfgemeinschaft. Hinter Frömmigkeit und Gehorsam eröffnet sich ein Geflecht aus Demütigungen und Angst. Das weiße Band, das den Kindern als Mahnung und Zeichen moralischer Re
Di, 6.10., 20:30
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers
Perla
Die alleinerziehende Malerin Perla lebt Anfang der 1980er-Jahre in Wien. Als ihr Ex-Partner aus dem Gefängnis freikommt, führt sein Anruf aus Košice die Dissidentin zurück in die Tschechoslowakei – gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrem neuen Partner. Die Reise wird zur folgenschweren Konfrontation mit der Vergangenheit. In ihrem zweiten Spielfilm verarbeitet Makarová biografische Erfahrungen und setzt sie mit Thrillerelementen und starken Farben im 4:3-Format in Szene. Ihre Perla ist Mutter, Käm