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Retrospektive
Blende auf! 50 Jahre Austrian Association of Cinematographers

Es scheint auf den ersten Blick recht simpel: Ohne Kamera kein Film. Sie ist der Apparat, durch den wir Menschen, Räume und Zeit im Kino wahrnehmen können. In Verbindung mit Licht, Bewegung und Bildkomposition lenkt sie unseren Blick, stellt Bedeutung her und formt die Geschichten auf der Leinwand.

Vor 50 Jahren schließen sich Österreichs Kameraleute zusammen, um dieser Arbeit eine gemeinsame Stimme zu geben. Ihr Verband, die Austrian Association of Cinematographers (kurz AAC) ist der erste Berufsverband der heimischen Filmbranche und leistet einen entscheidenden Beitrag zu ihrer Professionalisierung. In einer Zeit, in der Filmschaffende ohne Kollektivvertrag und soziale Absicherung arbeiten, setzt sich die AAC für faire Arbeitsbedingungen, verbindliche Standards und den Austausch innerhalb eines Berufsstandes ein, der bis dahin vor allem vom Prinzip »Jeder für sich« geprägt war. Diese Solidarisierung führt nicht nur zu besseren Produktionsbedingungen, sondern auch – und ganz besonders – zu einem neuen Selbstverständnis des österreichischen Films.

Dieses Jubiläum nehmen wir zum Anlass zu zeigen, wie unterschiedlich Kameraleute Wirklichkeit sichtbar machen können: als präzise Beobachtung, emotionale Verdichtung oder poetische Übersetzung von Erinnerung und Geschichte. Die Kamera registriert niemals bloß, sondern sie entdeckt und eröffnet Perspektiven. Oft zeigt sie gerade das, was sich unserem unmittelbaren Blick entzieht – und macht so das Nicht-Sichtbare sichtbar.
(Florian Widegger)

Das Programm entstand in enger Zusammenarbeit mit dem AAC. Die Kameraleute zu allen Filmen werden zu Publikumsgesprächen anwesend sein.

Mo, 14. Sep. - Di, 6. Okt.