Deutschland am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Eichwald ist ein kleines, protestantisches Dorf im Norden. Hier kennt jeder jeden und jeder seinen Platz. Es herrscht ein respektvoller, aber distanzierter Umgang – bis eines Tages der Doktor bei einem Reitunfall verletzt wird. Bald erschüttern weitere rätselhafte Vorfälle die Dorfgemeinschaft. Hinter Frömmigkeit und Gehorsam eröffnet sich ein Geflecht aus Demütigungen und Angst. Das weiße Band, das den Kindern als Mahnung und Zeichen moralischer Reinheit umgebunden wird, symbolisiert eine autoritäre Erziehung, deren Folgen weit über das hermetische Dorfleben hinausweisen. Die asketischen Kompositionen Christian Bergers erinnern an historische Fotografien und verwandeln jede Einstellung in ein schönes wie unheimliches Gesellschafts-Bild.
(Florian Widegger)
Mo 5.10.: Anschließend Gespräch mit Christian Berger