Was vermag eine Kamera sichtbar zu machen? Zunächst sind das Gesichter, Orte und Ereignisse – Konkretes eben. Die drei Kurzfilme, die wir zum Auftakt dieser Retrospektive präsentieren, zeigen, dass es noch mehr gibt: WHITE BOX sucht in den Hinterlassenschaften einer Verstorbenen nach den Spuren eines gelebten Lebens. DIE UNSICHTBARE GRENZE macht jene Gewalt erfahrbar, die sich hinter einem scheinbar bürokratischen Akt verbirgt. Und ALLES WIRD GUT offenbart die bedrohliche Dynamik hinter der Fassade eines unbeschwerten Familienausflugs. Kameramänner und -frauen bilden nicht bloß Wirklichkeit ab, sondern machen auch Erinnerungen, Sehnsüchte und gesellschaftliche Verhältnisse erfahrbar, die sich im Alltag unseren Blicken entziehen.
(Florian Widegger)
Eröffnung der Retrospektive mit anschließendem Gespräch mit Leena Koppe, Marie-Thérèse Zumtobel und Sebastian Thaler