Film | Universität
Jüdische Lebenswelten im britischen Kino? Lange kaum sichtbar. Zwar prägten jüdische Produzenten, Regisseure und Schauspieler die Branche von Beginn an, doch jüdische Themen blieben randständig. Erst ab den 1960er-Jahren treten Juden häufiger auf – oft als Zeichen einer pluralistischen Gesellschaft, selten aus einer wirklich jüdischen Sicht erzählt. Dabei bleiben sie vielfach auf bestimmte Rollen beschränkt oder treten nur am Rande der Handlung auf.
Umso bemerkenswerter ist die kleine Reihe von Filmen, die britisch-jüdische Erfahrungen tatsächlich ins Zentrum rücken. Keine Tradition – eher eine Spurensuche.
Mi, 6. Mai - Di, 30. Juni
Mo, 11.5., 18:30
Was ist jüdischer Film?
Das Historiendrama nach Lion Feuchtwanger erzählt den Aufstieg und Fall des Joseph Süss Oppenheimer. Am Hof unverzichtbar und zugleich unerwünscht, bewegt er sich zwischen politischem Einfluss und wachsender Feindseligkeit. Conrad Veidt spielt ihn als klugen, strategisch handelnden Mann, dessen Macht stets auf unsicherem Boden steht. Der Film war in seiner Entstehungszeit ein entschiedener Gegenentwurf zum Judenhass in Nazi-Deutschland.
(Klaus Davidowicz)
17:30: Mit einer Einführung von Klaus D
Mo, 18.5., 18:30
Was ist jüdischer Film?
Mr. Emmanuel, ein russischer Jude in London, macht sich auf den Weg nach Nazi-Deutschland. Ein jüdischer Junge ist mit einem Kindertransport nach England gekommen, und seine zurückgebliebene Mutter meldet sich nicht mehr bei ihm. Was als Suche beginnt, wird rasch zur Gefahr: Mr. Emmanuel gerät unter die Beobachtung der Gestapo und erlebt offenen Judenhass. Unterstützung findet er schließlich dort, wo er sie am wenigsten erwartet.
(Klaus Davidowicz)
17:30: Mit einer Einführung von Klaus Davidowi
Mo, 1.6., 18:30
Was ist jüdischer Film?
Oliver! bringt die Welt von Charles Dickens mit opulenter Ausstattung auf die Leinwand. Im Zentrum steht der Waisenjunge Oliver, der sich durch das harte London des 19. Jahrhunderts bewegt und schließlich in die Hände von Fagin und seiner Diebesbande gerät. Gerade diese Figur ist historisch besonders aufgeladen: Fagin wurde bereits in Dickens’ Roman als »the Jew« bezeichnet und trägt eine lange Tradition antisemitischer Stereotypisierung mit sich.
(Klaus Davidowicz)
17:30: Mit einer Einführung