Zwei Filme aus der Übergangszone zwischen Leben und Tod: In VAMPYR irrt ein Fremder durch eine Welt aus Nebel und Schatten. Räume scheinen sich aufzulösen, Zeit und Körper werden porös. In seinem ersten Tonfilm verwandelt Dreyer den Vampirmythos in traumwandlerisches Schweben, in dem Angst aus Atmosphäre entsteht. Alfred Hitchcock: »the only film worth watching … twice«.
Knapp drei Jahrzehnte später treibt Herk Harveys Low-Budget- Perle diese Verunsicherung ins Moderne: Eine junge Frau findet nach einem Autounfall keinen Anschluss mehr an die Welt der Lebenden. Einkaufszentren, Kirchen und ein verlassener Vergnügungspark werden zu Schwellenorten existenzieller Entfremdung: Ein Vorläufer des Mitternachtskinos und Lieblingsfilm von Elfriede Jelinek.
(Florian Widegger)