Ausgerüstet mit ihren Videokameras brechen drei Filmstudenten in die Wälder von Maryland auf, um Nachforschungen über die Legende der Hexe von Blair an- zustellen. Doch sie verschwinden spurlos – gefunden wird nur ihr Material: verwackelte Bilder, panische Stimmen, bedrohliche Dunkelheit … Um die Jahrtausendwende lösen Sánchez und Myrick mit ihrem One-Hit-Wonder (Produktionskosten von 60.000 Dollar stehen Einnahmen in Höhe von 250 Millionen gegen- über) einen regelrechten Hype aus. Das found-footage-Prinzip war zwar nicht neu, aber wohl so sehr in Vergessenheit geraten, dass der Film als extrem innovativ gefeiert wurde. Die räudigen Aufnahmen tragen maßgeblich zur Atmosphäre bei und lassen die Übung im Dokumentarischen, die sich zur Angststudie entwickelt, heute fast schon antik erscheinen.
(Florian Widegger)