Dass man nachts in der U-Bahn oft seltsame Gestalten trifft – geschenkt. Im Fall von Jacob Singer jedoch lösen diese Begegnungen einen nachhaltigen Schock aus. Immer wieder plagen ihn Todesvisionen aus seiner Zeit im Vietnamkrieg – und die Erinnerung an seinen verunglückten kleinen Sohn. Bald wähnt er sich von Dämonen gejagt als Opfer eines Armee-Experiments, das er mit Hilfe früherer Kameraden aufzudecken versucht … Immer wieder lockt der Film die Zuschauer:innen auf falsche Spuren, wandelt zwischen verschiedenen Genres und entzieht sich eindeutigen Erklärungen. Der Einfluss seiner bizarren Horror-Elemente reicht indes weit übers Kino hinaus. Eine in fiebrigen Bildern zwischen Paranoia, Trauma und metaphysischen Visionen verdichtete Passionsgeschichte über Schuld, Verlust und Loslassen.
(Florian Widegger)