Hongkong, Anfang der 1960er-Jahre: Zwei Nachbarn ziehen am selben Tag in benachbarte Wohnungen. Bald entdecken sie, dass ihre jeweiligen Partner eine Affäre miteinander haben. Doch statt sie zu konfrontieren, kommen sie selbst einander näher und beginnen ein Spiel aus Andeutungen, Proben und unausgesprochenen Gefühlen … Enge Flure, satte Farben, wiederkehrende Musik und Blicke, die länger dauern als Worte: Wong Kar-wai, dessen melancholisches Kino in gewisser Weise immer von verlorenen Träumen handelt, stellt in seinem vielfach ausgezeichneten, ästhetisch bis ins kleinste Detail durchkomponierten Meisterwerk seine Handschrift unter Beweis. Ein Film über verpasste Möglichkeiten – und über die Schönheit jener Momente, die nie ganz Wirklichkeit werden.
(Florian Widegger)