Um etwas Abstand nach dem tragischen Tod ihrer Tochter zu gewinnen, reisen Laura und John Baxter nach Venedig. Dort tauchen sie jedoch in ein Labyrinth aus Trauer, Vorahnungen und unheimlichen Begegnungen ein … »Nichts ist, was es scheint«, sagt John zu Beginn des Films – was durchaus als Lesart für den aus Erinnerung und Gegenwart fragmentierten Wahrnehmungsstrom dienen kann: Bilder scheinen sich zu wiederholen, Details verschieben ihre Bedeutung, und die Stadt wird zur Projektionsfläche eines unverarbeiteten Verlusts. Roeg verbindet psychologischen Realismus mit metaphysischer Unruhe und verdichtet die Farbe Rot, Spiegelungen im Wasser und die verwinkelten kleinen Gässchen zu einem Kino, in demdie Grenze zwischen Diesseits und Jenseits zunehmend verschwimmt – mitsamt unvergesslichem Finale!
(Florian Widegger)
So 19.4.: Freier Eintritt für FAA-Clubmitglieder mit Begleitung