Was bleibt eigentlich, wenn der Applaus verhallt? Jahrzehnte hat der berühmte Dirigent John Lasocki in den USA (wo Wajda zum ersten Mal auch drehen kann) verbracht. Nach der Begegnung mit Marta, einer jungen Violinistin, kehrt er zurück in seine Heimat, wo er mit einem kleinen Orchester Beethovens 5. Sinfonie einstudieren soll – in Wahrheit aber einer verpassten Möglichkeit und einem nie gelebten Leben nachzuspüren will. Kunst als Projektionsfläche, Musik als Ort der Erinnerung, Prestige als Trugbild: Mit dem Taktstock in der Hand schreibt Wajda ein tiefgründiges Drama über das, was sich hinter den menschlichen Widersprüchen und Sehnsüchten verbirgt, das durchaus als Parabel über die eigenen Erfahrungen mit staatlicher Willkür gelesen werden kann.
(Florian Widegger)