Filmstudentin Agnieszka recherchiert für ihre Abschlussarbeit das Schicksal des einst gefeierten »Helden der Arbeit« Mateusz Birkut, auf dessen ausrangierte Marmorstatue sie in einem Keller stößt. Ihre Spurensuche führt durch Archive und vor manch verschlossene Tür, legt aber Schicht für Schicht frei, wie Propaganda Menschen erschafft, benützt und wieder fallen lässt. MAN OF MARBLE verschränkt investigatives Kino mit einer Reflexion über Geschichtsschreibung. Aus der Rekonstruktion des Heldenmythos wird eine genaue Analyse des Systems, das ihn hervorgebracht hat. Formal kühn, politisch brisant und von Krystyna Jandas furioser Präsenz getragen, ist der Film, für dessen Realisierung Wajda 13 Jahre kämpfen musste, nach wie vor ein Schlüsselwerk des polnischen Kinos – und weit darüber hinaus.
(Florian Widegger)