Gemessen an der Prüderie Hollywoods in den 1950er-Jahren ist PILLOW TALK überraschend offen in Bezug auf die Sexualität der weiblichen Figur: Doris Day, das Mädchen von nebenan, verwandelt sich zum Sexsymbol, während der stereotype Mann seinen Spott abbekommt. So unvorstellbar aus heutiger Sicht der Konflikt um die gemeinsame Nutzung eines Telefonanschlusses einer Innenarchitektin und eines Komponisten scheint – der Wandel der Genderrollen erscheint zeitlos und wird auf enorm amüsante Weise verhandelt. Die unschlagbare Chemie des Duos Day/Hudson, die pointierte Farbdramaturgie oder die zahlreichen visuellen Pointen machen den Film zum Vorbild moderner Rom Coms – schließlich funktioniert die legendäre Split-Screen-Nummer im Schlafzimmer heute genauso, wenn auch die Telefone andere sind.
(Fruszi Vajda)