Über mehrere Jahre hat Anja Salomonowitz Gespräche mit Frauen geführt, die Opfer von falschen Versprechungen, Gewalt und Ausbeutung wurden. Diese Erfahrungen lässt sie in ihrem Film jedoch andere Menschen vortragen – an der Grenze, im Bordell, in einem Konsulat oder während einer Taxifahrt durch Wien. Das öffnet einen eigentümlichen Zwischenraum, der sichtbar macht, was sonst unsichtbar bleibt: Indem sie vermeintliche Authentizität und unmittelbare Zeugenschaft verweigert, lenkt sie den Blick auf die gesellschaftlichen Strukturen hinter den individuellen Schicksalen. Dokumentation und Inszenierung unterlaufen einander und machen dadurch die Realität des Frauenhandels auf geradezu unheimliche Weise erfahrbar. (Florian Widegger)
Di 24.11.: In Anwesenheit von Anja Salomonowitz