Über den Dächern Wiens verfangen sich drei Menschen im voll verglasten Hundertwasser-Atelier in einer Ménage-à-trois – ganz der Nase des Mannes Igor nach. Seine Frau Hanna und seine Geliebte Christine erfahren ungewollt voneinander, und was als Eifersuchtsdrama beginnt, wird zur filmischen Versuchsanordnung über Liebe, Besitzdenken und neue Lebensformen im Wien der frühen Siebziger. Mit der Verhaftung des Teams während der Dreharbeiten wegen Obszönität und der zeitweisen Beschlagnahmung des Materials sorgte der Film weit über die Leinwand hinaus für eine öffentliche Erregung. Auch von der damaligen Kritik blieb Verhoevens Werk nicht unangetastet, was diesen kontroversen Emanzipationsversuch bis heute als Zeitdokument der späten 68er-Bewegung lesbar macht.
(Lien May Lucas)
Do 10.9.: Eröffnung und Bühnengespräch mit Senta Berger