Aus der längst vergangenen Zeit, in der filmvermittelnde Formate ihren festen Platz im Fernsehen hatten, stammt dieser erhellende Dreiteiler, der der zunehmenden Beschäftigung mit Lang ab den 1960er-Jahren Rechnung trägt. »Der Ästhet und die Wirklichkeit« – »Der Idealist und die Zivilisation« – »Der Bürger und die politische Macht« – in diesen drei Kapiteln, die augenzwinkernd jeweils mit dem Gesicht von Mabuse auf jenes Langs überblenden, unterzieht Filmhistoriker Klaus Kreimeier dessen erste Schaffensphase einer konsequent ideologie-kritischen Lektüre. Er legt dabei bürgerliche Wertvorstellungen, Machtstrukturen und Denkmuster frei, die bis in den Faschismus reichen und einer Kernfrage auf den Grund gehen: Was vermögen Langs Filme über ihre Entstehungszeit zu erzählen?
(Florian Widegger)