Der letzte Drehtag dieses Epos im März 1924 gerät zum medialen Spektakel: Vor versammelter Presse wird in Babelsberg der Etzelpalast mit Feuerpfeilen in Brand gesteckt – Lang selbst soll den ersten abgeschossen haben. Nur eine von zahlreichen legendären Geschichten, die sich um die bis dahin teuerste deutsche Filmproduktion ranken, für die sogar ein 15 Meter langer Drache erschaffen wird. DIE NIBELUNGEN vereint innovative Technik mit stilistischer Stringenz: Jeweils sieben Gesänge künden vom Aufstieg und Fall des Helden Siegfried und vom Rachefeldzug seiner Witwe Kriemhild, der in die Katastrophe führt. Weniger die nationale Heldenverehrung, in die der Film später umgedeutet wurde, als ein Triumph der filmischen Imagination – ein Monument, das in Dimensionen denkt, die ihresgleichen suchen.
(Florian Widegger)