Vom Land profitieren kann nur, wer es besitzt. Und wer es besitzt, will meist noch mehr davon. Damit wäre ein grundlegendes Dilemma unserer Zivilisation bereits umrissen. Jill McBain glaubt dennoch an die Möglichkeit eines anderen Lebens. Als sie jedoch auf der Farm ihres frisch angetrauten Ehemanns eintrifft, erwartet sie kein Neuanfang, sondern ein Massaker. »Schon früh mochte ich starke, rebellische Frauenrollen«, erinnert sich Cardinale später. In diesem monumentalen Abgesang auf den Wilden Westen wird sie, inmitten einer von Männern und Gewalt beherrschten Welt, zur Verkörperung der Zukunft. Spätestens wenn sie am Ende auf die Veranda tritt, den Blick auf die einfahrende Eisenbahn freigibt und dabei Morricones Musik für die Ewigkeit anschwillt, versteht man: Die alten Zeiten sind vorbei.
(Florian Widegger)