Faszination Verbrechen: In seinem bislang letzten Kinofilm stellt Lars von Trier seinen über die Jahre nur vergrößerten Ruf als Provokateur endgültig unter Beweis. »Jeder Mord ist ein Kunstwerk« postuliert Jack im Gespräch mit dem mysteriösen Verge. Dann zieht er über einen Zeitraum von 12 Jahren immer wieder los und bringt beliebig Menschen um, deren Leichen sich in seinem Kühlhaus stapeln. Mit ihnen hat er wahrlich Großes vor … Spätestens in dem Moment, wenn Jack sich mit den großen Massenmördern der Geschichte vergleicht, sind die Parallelen zwischen Autor und Antiheld unübersehbar. Brachialer Humor trifft auf kalkulierte Schocks. 150 Minuten voller moralischer Entgleisungen in einer Welt, der die Moral längst abhandengekommen ist – somit erst recht: ein Film unserer Zeit.
(Florian Widegger)