Eine Gruppe Erwachsener, die sich in ein Haus in der dänischen Provinz zurückgezogen hat, simuliert geistige Behinderung – ein Spiel als Versuch, gesellschaftliche Masken abzustreifen. IDIOTERNE ist Dogma-Film im radikalsten Sinn: roh, ungeschützt, ohne Sicherheiten. Er zwingt dazu, Scham, Voyeurismus und moralische Überlegenheit zu hinterfragen. Wer schaut hier auf wen herab – und warum? Von Trier verweigert jede eindeutige Positionierung und legt die Verantwortung gnadenlos beim Publikum ab: »Ich stamme aus einer Zeit, da zumindest in Dänemark eine Provokation grundsätzlich als gut angesehen wurde. Denn sie löst einen Denkprozess aus. Du betrachtest die Dinge neu. Das macht dich vielleicht sauer oder vielleicht fühlst du dich auch toll. Aber es kommt etwas in Bewegung.«
(Florian Widegger)