Daïga kommt für ein Theaterengagement aus Litauen nach Paris und bewegt sich durch ein Milieu, das ihr fremd bleibt. Camille, ein Performer, lebt mit seinem Bruder in einer angespannten Beziehung, die von Abhängigkeit und unausgesprochenen Konflikten bestimmt ist. Gleichzeitig erschüttert eine Serie von Morden an älteren Frauen die Stadt. Statt einer Thrillerstruktur entsteht bei Denis ein Bild urbaner Einsamkeit, in dem Migration, prekäre Arbeitsverhältnisse und familiäre Spannungen nebeneinander existieren. Die Gewalt bleibt präsent, aber nie zentral, eher ein Echo, das die Figuren begleitet und die Atmosphäre verdichtet. Denis beobachtet mit einer Aufmerksamkeit für Zwischentöne, für Blicke, Bewegungen und Momente, in denen Intimität möglich scheint und doch immer wieder entgleitet.
(Otto Römisch)