Zwei Filmemacher schreiben ein Drehbuch über eine Seuche. Während sie daran arbeiten, scheint sich die in ihrer Fantasie ersonnene Epidemie auch in der Realität auszubreiten … EPIDEMIC ist Selbst- reflexion und Sabotage zugleich: ein Film über das Erzählen, der seine eigene Erzählung permanent untergräbt. Von Trier, der hier zum einzigen Mal eine Hauptrolle übernommen hat, interessiert sich weniger für Figuren als für Strukturen und zeigt Mut zum Risiko. Die Sepia-Bilder des Vorgängers weichen trostlosem – mal grobkörnigem, mal gestochen scharfem – Schwarzweiß, was die Grenzen zwischen Fiktion, Dokument und Performance bewusst instabil hält. Ein intellektuelles Spiel, das zunehmend ins Unheimliche kippt und eindeutig die Handschrift seines Regisseurs trägt.
(Florian Widegger)