Nordkamerun, 1957. France wächst als Tochter eines französischen Kolonialbeamten in einem Alltag auf, der von Hitze und einer strengen sozialen Ordnung geprägt ist. Zwischen der weißen Familie und den Menschen, die für sie arbeiten, verläuft eine klare Grenze, die sich in Blicken, Gesten und räumlichen Trennungen zeigt. Besonders die Beziehung zwischen Frances Mutter und dem Hausdiener Protée ist von Respekt und zugleich einer Distanz bestimmt, die durch koloniale Regeln vorgegeben ist. Denis erzählt aus der Perspektive eines Kindes, das die Welt beobachtet, ohne sie vollständig zu verstehen, und gerade dadurch deren Mechanismen sichtbar macht. Die Landschaft, das Licht und die alltäglichen Abläufe formen ein Bild, in dem persönliche Beziehungen untrennbar mit politischen Strukturen verwoben sind.
(Otto Römisch)
Mi 8.4.: Mit einer Einführung von Otto Römisch