Eine jüdische Familie aus Wien findet nach 1938 vorübergehend Unterschlupf in Brüssel. Die ältere Tochter ist begeisterte Schauspielerin und wird vom Hörspielstudio der nationalen Radiostation angenommen. Zur selben Zeit beginnt ein begabter Tontechniker voll schräger Ideen dort sein Praktikum. Die Radiowellenlängen knistern. Sprechkunst und Tonkunst machen Gedanken und Gefühle so hör- und sichtbar, dass sie einfach unter die Haut gehen. Der Film betritt cineastisches Neuland, indem er die Entwicklung des Sound mit dem Chaos des Überfalls auf Belgien 1940 und der Inhaftierung aller, die der Regierung nicht genehm sind, in einmaligen Bildern visualisiert. Der Film schafft es, politischen Realismus mit magischem Realismus zu verbinden.
(Frank Stern)
Mit einer Einführung von Klaus Davidowicz und Frank Stern