Im Mezzanin des METRO Kinokulturhauses wird es ab 16. Januar 2026 actionreich: Begleitend zur Filmreihe widmet sich die Ausstellung FIRST ACTION HEROES den verwegenen Vertreter*innen des Sensationsfilms und dem frühen Action- und Abenteuerfilm selbst. In Österreich und Deutschland machten sich einige waghalsige Filmemacher*innen mit der Inszenierung und Darstellung von aktionsbetonten Detektiv- und Kriminalfilmen, die lebensbedrohliche Stunts, nervenaufreibende Akrobatik, Begegnung mit Raubtieren oder wilde Verfolgungsjagden zeigen, bereits in den frühen 1910er-Jahren einen Namen und waren wegweisend für das Genre. Heute sind sie und ihre Filme fast in Vergessenheit geraten: darunter die österreichischen Filmkünstler*innen Joseph Delmont, Mia und Joe May, Alfred Halm, Rudolf Meinert, Ellen Richter, Fred Sauer oder Willi Wolff. Ihre Filmkarriere brachte sie nach Berlin, wo sie oft ihre eigene Produktionsfirma gründeten und Stoffe für ihre Filme selbst verfassten. In Deutschland taten sich vor allem Harry Piel – »Dynamit-Regisseur« und selbsternannter »Vater des Sensationsfilms« –, Franz Hofer, Max Obal, Hedda Vernon, Willy Zeyn Sr., Eva Speyer oder Fern Andra hervor.
Die Ausstellung beleuchtet die Entwicklungsgeschichte des Sensationsfilms und zeigt anhand ausgewählter Exponate, wie wagemutig und innovativ die Filmemacher*innen waren, und wie die neuartigen Aufnahmen nicht nur bei Schaulustigen, sondern auch in der Sensationspresse für Aufsehen sorgten. Seltene Filmplakate, Aushangfotos und zeitgenössische Kino-Anzeigen heben die Arbeit der Verleihfirmen und Kinobesitzer hervor, die Sensationsfilme mit inflationären Superlativen in Branchenblättern und Programmsparten der Tagespresse bewerben ließen und damit maßgeblich zur Popularität der Filmkünstler*innen beitrugen. Außerdem bietet die Ausstellung einen Einblick in die sich verändernden Zensurbestimmungen in der Stummfilmzeit und die von Kinogegnern geführte Kino-Debatte, die in Sensationsfilmen Schund und eine Gefährdung für die Bevölkerung sahen. Dass es nicht nur auf der Leinwand zur Jagd nach Sensationen kommt, sondern mitunter auch bei der Archiv- und Restaurierungs- arbeit, die manchmal einer Jagd nach Filmmaterial gleicht, auch dafür hält die Ausstellung Beispiele bereit. Aus der Stummfilmzeit sind Schätzungen zufolge nur mehr zehn bis zwanzig Prozent der Filme erhalten – und die vorhandenen Filme meist in schlechtem Zustand, fragmentarisch oder nur als Exportkopien überliefert – was eine Spurensuche nach noch existierenden Filmrollen auf der ganzen Welt notwendig macht. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in exklusiven Filmausschnitten präsentiert.