
Mit M schuf Fritz Lang den Prototyp des modernen Serienkillerfilms – ein düsteres Meisterwerk, das weit über das Genre hinausweist. Schon die erste Szene, in der ein Kinderlied pfeifender Schattenwurf einem Mädchen einen Ballon schenkt, erzeugt beklemmende Spannung. Doch Lang geht weiter: Er zeigt den Mörder Hans Beckert (unvergesslich gespielt von Peter Lorre) nicht nur als Monster, sondern auch als tragische Figur. Im Zentrum steht weniger der Täter selbst als ein präziser Blick auf die Gesellschaft: Politiker, Geschäftsleute und Unterwelt versuchen aus Eigeninteresse, Beckert zu fassen. Im Klima der Weimarer Republik fächert M ein komplexes Panorama moralischer Ambiguitäten auf, das als Psychologie der Gesellschaft am Vorabend des Nationalsozialismus bemerkenswerten Interpretationsspielraum öffnet.
Restaurierte Fassung