Moos auf den Steinen
Ein verfallenes Schloss im Marchfeld: Über ihre unterschiedlichen Lebensstandpunkte verstricken sich der Literat Petrik und der geschäftstüchtige Mehlmann in Grundsatzdiskussionen über den Status quo in Österreich, jene Kräfte, die in ihm wirksam sind und die sich in den Schlossbewohnern, allen voran Erika Pluhar in ihrem Kinodebüt als junge Baronesse Julia, manifestieren … Mit MOOS AUF DEN STEINEN kommt die Kino-Moderne nach Österreich: Lhotskys Verfilmung des gleichnamigen Romans von Gerhard Fritsch nimmt Anleihen bei Resnais, Fellini und Antonioni, macht daraus aber ein Kunstwerk sui generis, wie man es hierzulande zuvor noch nicht gesehen hat. Für den Schmerz der Erinnerung findet er stets sinnbildliche Entsprechungen: »Spielt’s Wirklichkeit, Kinder!« Die Aufforderung am Schluss ist durchaus als Wunsch nach mehr Realismus im Kino selbst gemeint. Die Filmmusik stammt von Friedrich Gulda.