Februar 1934: Der Bürgerkrieg aus Sicht des Ständestaates
Nachdem der katholisch-konservative Engelbert Dollfuß 1932 Bundeskanzler geworden war, etablierte er nach Ausschaltung des Parlaments im März 1933 Schritt für Schritt einen autoritären Ständestaat mit der Einheitspartei Vaterländische Front. Am 12. Februar 1934 lösen Versuche der Polizei, in Linz Verbände des sozialdemokratischen Schutzbundes zu entwaffnen, blutige Auseinandersetzungen zwischen den Schutzbündlern und der vom Bundesheer unterstützten regierungstreuen Heimwehr aus. Die ständestaatliche Wochenschau Österreich in Bild und Ton berichtet im Sinne des Regimes über die Kampfhandlungen. Der Kommentar spricht von einem »Putschversuch der sozialdemokratischen Partei in Wien«, ein Zentrum der Kämpfe waren die Wiener Gemeindebauten. Nach der Niederschlagung des Aufstandes durch das Ständestaat-Regime erfolgten zahlreiche Verhaftungen, neun prominente Schutzbund-Angehörige wurden hingerichtet.