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Gesponnenes Holz: Kunstseide-Industrie in St. Pölten

Die 1906 gegründete St. Pöltner Glanzstoff-Fabrik war der größte Industriebetrieb der Stadt und zählte zeitweise sogar zu den bedeutendsten Kunstfaser-Erzeugern der Welt. Rund um das im Stadtteil Viehofen gelegene Fabriksareal entstanden zahlreiche Arbeiterwohnhäuser, 1928 verzeichnete der Betrieb bereits 3.000 Beschäftigte. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise musste das Werk Anfang der 1930er-Jahre für 18 Monate schließen, ehe die Produktion in der NS-Zeit durch zahlreiche Aufträge der Rüstungsindustrie wieder ausgebaut werden konnte. Kurz vor der nationalsozialistischen Machtübernahme dokumentierte diese Filmreportage die Produktion in der Glanzstoff-Fabrik. Ende Dezember 2008 musste der St. Pöltner Leitbetrieb, der auch für die zahlreichen Umweltbelastungen und den in der ganzen Stadt spürbaren schwefeligen Geruch berüchtigt war, nach über 100 Jahren schließen. Heute dient das unter Denkmalschutz stehende Areal als Eventlocation und gilt als Stadtentwicklungsgebiet.

Originaltitel: Gesponnenes Holz. Von der Kunstseide-Industrie Österreichs
Land: Österreich
Jahr: 1936
Produktionsfirma: Ing. Karl Köfinger
Quelle: 35-mm-Nitropositiv, Sammlung Filmarchiv Austria
Restaurierte Fassung: Filmarchiv Austria © 2026