Erinnerungen an ein verlorenes Land
Im Juli 1938 erfolgte eine tiefgehende Zäsur in der Geschichte der Stadt Allentsteig. Auf Anordnung der Nationalsozialisten wurde auf einer Fläche von 190 Quadratkilometern rund um die Gemeinde Döllersheim, zehn Kilometer südlich von Allentsteig, ein Truppenübungsplatz in der »Vaterheimat des Führers« errichtet. 7.000 Menschen aus 42 Ortschaften mussten ihre Häuser und Höfe verlassen, bis Dezember 1941 war die Aussiedlung der Bevölkerung abgeschlossen. Seit 1957 wird das Areal mit den Geisterdörfern vom Österreichischen Bundesheer genutzt.
Geblieben sind die Erinnerungen, die Manfred Neuwirth in seinem Dokumentarfilm, 1988 noch aus erster Hand erzählt, festhalten konnte. Die Geschichten der ehemaligen Bewohner:innen vermischen sich mit historischen Dokumenten und Bildern und mit gegenwärtigen Eindrücken der umzäunten Ruinenlandschaft zur filmischen Erinnerung an ein verlorenes Land.