20. April 2026
Österreichisches Filmerbe in Berlin

Repatriierung historischer Filme mit Unterstützung des Kulturministeriums

MADAME BLAUBART, AT 1931

Zu den wichtigsten Aufgaben des Filmarchiv Austria zählt die Recherche nach österreichischen Filmen in den internationalen Filmarchiven. Eine besonders wichtige Partnerinstitution dabei ist das staatliche Bundesarchiv-Filmarchiv für Deutschland in Berlin. Dort konnten in den letzten Jahren immer wieder spannende Wiederentdeckungen gemacht werden; ein größeres Konvolut historischer österreichischer Produktionen wird nun mit Unterstützung des Kulturministeriums (BMWKMS) repatriiert und soll dann nach der Digitalisierung und Restaurierung wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Zu den Highlights dieser vermutlich seit dem Zweiten Weltkrieg in Berlin aufbewahrten Austriaca-Sammlung gehören rare, bis dato unbekannte dokumentarische Filmaufnahmen aus der k. u. k. Ära, darunter ein Kriegsbericht von der Isonzo-Schlacht oder eine Reportage von Besuchsreisen des letzten österreichischen Kaisers.

Filmhistorisch bedeutsam sind auch die Spielfilme der Sammlung: Der Aufklärungsfilm WIE SAG ICH’S MEINEM KINDE (AT 1923) galt bisher überhaupt als verschollen und wird nun erstmals in nahezu vollständiger Form verfügbar. Die Produktion MADAME BLAUBART (AT 1931) zählt zu den ersten österreichischen Tonfilmen, während DER PFARRER VON KIRCHFELD (AT 1937), die letzte in Österreich entstandene deutschsprachige Emigrantenfilm-Produktion, nun endlich in ausgezeichnetem Ausgangsmaterial für eine Neurestaurierung vorliegt.