Geschichte lebt so lange fort, wie sie erzählt wird. Schauplatz: eine nächtliche Uferpromenade in New York. Männer und Frauen treten vor die Kamera, berichten von Flucht, Emigration, Glauben, Liebe und Verlust. Manche ihrer Geschichten sind komisch, andere schmerzhaft, viele irgendwie beides. Inspiriert von der Welt Isaac Bashevis Singers verbindet Akerman jiddischen Humor mit den Erfahrungen der jüdischen Diaspora und fragt, wie Erinnerung über Generationen weitergegeben werden kann. Die statische Kamera verleiht all dem beinahe etwas Theatralisches, während sich allmählich ein gemeinsamer Erfahrungsraum entfaltet. HISTOIRES ist ein Film über das Erzählen selbst: Als Bewahrung einer verschwindenden Kultur, als Möglichkeit, dem Vergessen etwas entgegenzusetzen.
(Florian Widegger)