1936 spielt sich in Japan ein berühmter Skandal ab: Kichizō und seine Geisha Abe Sada sind derart ineinander vernarrt, dass sie die Welt um sich vergessen. Ihre Leidenschaft steigert sich in Wahnsinn, der seinen Höhepunkt darin findet, dass er sich von ihr strangulieren lässt und sie ihm seinen Penis abschneidet … Noch bei der Premiere auf der Berlinale 1976 kommt es zum Eklat: Der Film läuft im Forum, wird aber im Anschluss von der Staatsanwaltschaft aufgrund von Pornografieverdacht beschlagnahmt und erst zwei Jahre später freigegeben. Der Skandal macht zumindest den »Tabubrecher« Ōshima, einen der zentralen Erneuerer des japanischen Kinos, auch im Westen bekannt. Heute gilt AI NO KORĪDA als subversiver Meilenstein, der sowohl politische als auch sexuelle Moralvorstellungen hinterfragt.
(Florian Widegger)