Aufgeladene Blicke, Pausen und vor allem: musikalische Harmonie. Von den vertrauten Klängen seiner Kindheit angetan, verschlägt es Lionel zu David ans Klavier einer Studentenkneipe, wo sie auf Anhieb ihrem gemeinsamen Liebestakt verfallen. Der Vergänglichkeit entgegenstrebend halten sie die Geschichte ihres Landes in den Stimmen der Landsleute auf einer melancholischen Wanderung für die Nachwelt fest. Gefangen in den (Nach-)Wirkungen des Krieges folgen sie gemeinsam, wie getrennt, den Worten einer Mutter: »Life’s only troubles, you could get sad, or you could sing about it.« Das Kino wird hier buchstäblich zum Resonanzkörper einer Liebe, die sich nur entfalten kann, wenn man den Mut findet, sich selbst nicht im Weg zu stehen.
(Lien May Lucas)