Spiralen, Schatten, Körperfragmente, Lichtreflexe: Man Rays Arbeiten funktionieren weniger als Erzählungen als vielmehr wie Zustände zwischen Traum, Spiel und Experiment. In ihnen wird das Kino zur Spielwiese für surrealistische Einfälle, abstrakte Formen und erotische Assoziationen. Objekte werden direkt auf das Filmmaterial gelegt, Bilder überblendet, Bewegungen verzerrt, und es scheint, als würde das Medium selbst plötzlich zu halluzinieren beginnen. Gemeinsam mit der Musik von Jim Jarmusch und Carter Logan entfalten die restaurierten Kurzfilme einen hypnotischen Sog zwischen Dada, Avantgarde und nächtlicher Großstadtpoesie, die das Kino nicht als Fenster zur Welt versteht, sondern mehr als eine Maschine, die uns tief ins Unbewusste eintauchen lässt.
(Florian Widegger)