Jean-Luc Godard steht 1959 an einem Wendepunkt: Er will nicht länger nur über Filme schreiben, sondern endlich selbst einen drehen. Von der ersten Idee (Truffauts) über das Casting, bei dem Belmondo und Seberg für jene Figuren besetzt werden, die ihre Karrieren bestimmen sollten, bis zu den chaotisch improvisierten Dreharbeiten – Linklater zeigt seinen Regisseur als widersprüchlichen Geist, getrieben von enormem Ehrgeiz, gut versteckter Unsicherheit und dem unbändigen Wunsch, etwas radikal Neues zu schaffen. Der Film greift dabei die Ästhetik der Nouvelle Vague perfekt auf, und macht sichtbar, wie viel Zufall, Streit und Mut in der Geburt eines Klassikers stecken. So entsteht ein Werk, das zugleich liebevoll und kritisch auf einen Mythos blickt, der das Kino bis heute prägt.
(Otto Römisch)