Sehnsucht nach Schmerz, Mikroplastik als Snack, Massagen zur Verdauung: In jener dystopischen Welt, in der Komfort zur obersten Maxime geworden ist, spürt die Menschheit keinen körperlichen Kummer mehr. Ein beschleunigtes Evolutionssyndrom sorgt für die permanente Transformation und Bildung neuer Organe. Die Performancekünstler Saul Tenser und Caprice erklären diese Mutation zu einer neuen Disziplin – und Chirurgie zur neuen Erotik. Mit ihren öffentlichen Organ-Operationen ziehen sie die Aufmerksamkeit der Regierung wie auch einer ominösen Untergrundbewegung auf sich. Nach 20 Jahren Reifezeit erschafft Cronenberg eine melancholische Einladung in theaterhafte Räume, um über die Technologien des Selbst und die Neufindung der Intimität zu philosophieren.
(Lien May Lucas)