Hamburg, Ende des 19. Jahrhunderts: Im Hafen brodelt es, die Arbeiter fordern höhere Löhne, halten Versammlungen ab, rufen zum Streik. Mitten hinein in diese sozialen Spannungen setzt Werner Hochbaum ein Familiendrama. Der eine Bruder arbeitet als Hafenarbeiter, der andere steht als Polizist auf der Gegenseite. BRÜDER beschreibt weniger psychologische Feinheiten als die Dynamik des Klassenkampfs selbst, versucht, »mit einfachen Mitteln einen proletarischen Film zu schaffen«. Gedreht mit Laiendarstellern (und finanziert von der SPD) zwischen schäbigen Arbeiterquartieren und dokumentarisch anmutenden Straßenszenen, verbindet der Film soziale Beobachtung mit expressiver Montage und symbolischen Bildern – bis hin zur am Schluss im Wind flatternden, rot kolorierten Fahne.
(Florian Widegger)
Mit Live-Musikbegleitung von Florian Kmet