Das neue Wiener Amalienbad
Die heute fast vergessene Kunst des Animationswerbefilms brachte der 1892 im mährischen Olmütz geborene Peter Eng zur frühen Meisterschaft. Als das Wiener Amalienbad in Favoriten nach dreijähriger Bauzeit am 8. Juli 1926 eröffnet wurde, galt es als das größte und modernste Hallenbad Europas. Die im Art-Deco-Stil gestaltete Schwimmhalle wurde von mehreren umlaufenden Galerien eingefasst und verfügte über ein Glasschiebedach, das sich in wenigen Minuten öffnen ließ. Benannt wurde das Bad nach der 1924 verstorbenen sozialdemokratischen Gemeinderätin und Frauenpolitikerin Amalie Pölzer. Peter Eng gestaltete seinen Werbefilm mit dem ihm eigenen absurden Humor: Als ein älterer Herr auf einem zugefrorenen See Fische füttern möchte, bricht er im Eis ein. Ein herbeieilender Rettungsschwimmer fordert ihn auf, schwimmen zu lernen. Es folgt der Hinweis auf das neue Amalienbad, wo man das »in der größten Schwimmhalle Wiens« auch mitten im Winter tun könne.