Operation Hydra
1980 inszenierte Antonis Lepeniotis, einer der wichtigsten Wegbereiter des neuen österreichischen Kinos, seinen letzten Spielfilm. OPERATION HYDRA ist ein politisches Melodram und ein Spionagethriller, wahrlich eine Hydra mit diversen Janusköpfen und zumindest einem Zerberushals. Will sagen: ein Film, der so absolut alles sein will, einen so derartig weiten Spagat versucht, dass es ihn zerreißt. Die »Operation Hydra« war ein britisches Täuschungsmanöver, bei dem die RAF so tat, als wolle sie Berlin bombardieren, dabei war Peenemünde das wahre Ziel. Der Film springt zwischen den 1940ern und 1970ern hin und her, schicksalsschwer, vorahnungsvoll, erzählt von den Verstrickungen der Wirtschaft in die Nazi-Machenschaften, vom Holocaust und von den Versuchen, mit diesen Geschichten fertigzuwerden, als Agenten-Abenteuerfilm mit offensiv vorgetragenem ethischen Anspruch, als ironisches Spiel mit den Genre-Topoi, das es politisch todernst meint.