Franz König wird Erzbischof von Wien
Der 1905 im niederösterreichischen Rabenstein an der Pielach geborene Franz König (1905–2004) zählte zu den großen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, für Jahrzehnte war er das Gesicht der katholischen Kirche in Österreich. Als Kardinal stand König für Toleranz, Offenheit und den Dialog zwischen den Religionen, aber auch für das Überwinden von Grenzen zwischen den Lagern. Seine gute Gesprächsbasis mit Bruno Kreisky trug ihm die Bezeichnung »der rote Kardinal« ein. Zweimal, 1963 und 1978, galt König sogar als Papst-Kandidat; bis ins hohe Alter blieb er eine moralische Instanz, dessen Wort Gewicht hatte. Die in diesem Wochenschau-Filmbericht festgehaltene Berufung von Franz König zum Erzbischof von Wien am 17. Juni 1956 markierte einen ersten Höhepunkt seiner Karriere, die Diözese leitete er fast drei Jahrzehnte bis zum 16. September 1985.