Elefant »Bubi« in Wien – Vom Zirkusstar auf den Speiseteller
Der traditionsreiche Zirkus Rebernigg hatte mit dem indischen Elefanten »Bubi« einen echten Star im Ensemble. Bereits in den 1930er- und 1940er-Jahren glänzte der einzige dressierte Elefantenbulle Europas durch seine Klugheit und brachte es zu einigen Filmauftritten. Die von der sowjetischen Besatzungsmacht produzierte Wochenschau WIR SIND DABEI dokumentierte einen großen Auftritt von Bubi und drei weiteren Elefanten anlässlich eines Wien-Gastspiels des Zirkus Rebernigg im Jahr 1948. Schon auf der Laderampe des Nordbahnhofs zeigt Bubi sein berühmtes Telefon-Kunststück.
Vom zerstörten Nordbahnhof führte der Weg der Dickhäuter dann über den Westbahnhof und die Mariahilfer Straße bis in den Tiergarten Schönbrunn, wo Bubi ein provisorisches Quartier bezog. Das historische Elefantenquartier wurde im Februar 1945 bei Bombenangriffen schwer zerstört und sollte erst 1955 wiedereröffnet werden. Bereits im Dezember 1949 endete die Karriere von Elefant Bubi: Nach einem rabiaten Angriff auf den Zirkusdirektor und einen Dompteur wurde er erschossen. Ein Wirt in der Neustiftgasse kaufte das Elefantenfleisch und servierte es als Delikatesse seinen Gästen, darunter die Fußballstars Ernst Ocwirk, Walter Zeman und Ernst Stojaspal sowie die Schauspielerin Cissy Kraner. Dieser letzte Weg des berühmten Zirkuselefanten wurde von der AUSTRIA WOCHENSCHAU verewigt.