Ex-Soldaten spielen Kasperltheater
Die Rückkehr der österreichischen Soldaten aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft fand oft erst viele Jahre nach Kriegsende statt; die letzten großen Heimkehrer-Transporte trafen im Juni 1955 im Bahnhof Wiener Neustadt ein. Viele Kinder wuchsen ohne Väter auf, die Frauen und Mütter bildeten das Rückgrat des Wiederaufbaus in den unmittelbaren Nachkriegsjahren. Um den Kindern der noch nicht heimgekehrten Väter ein wenig Unterhaltung zu bieten, organisierten ehemalige Soldaten 1946 provisorische Kasperltheater-Aufführungen. Die traditionellen Kasperltheater-Betriebe im Wiener Prater wurden 1945 zerstört. Erst einige Jahre später konnten sich neue ortsfeste Kasperl-Bühnen etablieren, am bekanntesten wurde das 1950 eröffnete Urania-Kasperltheater.